Tonträger

DUO ANDREAS GABRIEL & FABIAN MÜLLER und die "Helvetic Fiddlers"
CD-Cover Alte Schweizer Geigenmusik

Ein vergessener Aspekt der Schweizer Volksmusik des 19. Jahrhunderts ist die Verwendung der Geige. Auf den 250 Fotos von Tanzmusikformationen, die Hanny Christen gesammelt hat, sieht man, wie gross die Verbreitung der Geige als Tanzmusikinstrument einmal war. Zu den Geigen gesellte sich als Begleitinstrument ein selbstgebautes Bassett (etwas zwischen Violoncello und Kontrabass). Das Duo Andreas Gabriel & Fabian Müller hat diese Musik mit seinen Arrangements in eine zeitgemässe Form gebracht. Beim Entwickeln und Erforschen des Repertoires war es ihm ein besonderes Anliegen, den "Schweizer Ton" zu suchen. Das heisst, nicht einfach Spielweisen anderer Fiedeltraditionen auf diese Musik zu stülpen, sondern von den Feldaufnahmen ausgehend, den Stücken eine ganz eigene helvetische Note zu geben.

 

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HANOTTERE - Däichwou - Neue Volksmusik für Hanottere, Zither und andere Raritäten
CD-Cover Hanotter

Das Ensemble Hanottere besteht seit 2007 und hat bereits eine CD eingespielt (2009). Lorenz Mühlemann und Thomas Keller sind beide Multiinstrumentalisten; sie verfügen über einen jahrzehntelangen volksmusikalischen Hintergrund. Beide sind begeistert von alter und neuer Schweizer Landmusik, Volksmusik aus dem Alpenraum und weit darüber hin aus. Die vielfältigen Klangfarben seltener Instrumente bezaubern sie immer wieder von Neuem. Die dabei entstehende Musikpalette reicht von poetisch-konzertanten Stücken bis zu fröhlichpulstreibender Tanzmusik, dargeboten mit verschiedensten Instrumentierungen. Gerne verbinden sie Tradition mit Experiment, Altes mit Neuem, Komposition mit Improvisation und suchen mit ihren Musikfreunden einen eigenen Ausdruck. Besonderes Augenmerk gilt der Hanottere (Emmentaler Halszither) und der Zither (Akkordzither, Violinzither und weitere), Instrumente also, die in der Neuen Volksmusik bis anhin nicht zu hören waren und in der breiten Öffentlichkeit seit Jahrzehnten fast vergessen sind.

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D'SAGEMATTLER - Bauernmusik Unterägeri 1887

Seit Jahrhunderten wurde Kunstmusik vollständig notiert und blieb überliefert. Tanzmusik hingegen war Gemeingut von "Tanmusigen". Sie wurde in der Regel nicht notiert, wurde von Generation zu Generation weitergegeben und wandelte sich von Zeit zu Zeit und von Ort zu Ort. Zum Glück gab es schon im 19. Jahrhundert die Fotografie. So bleibt uns ein visueller Eindruck der damaligen alpenländischen Tanzmusik: "Tanzmusigen" waren zu Fuss unterwegs, mit Klarinetten, Flöten, Geigen, Kontrabass, Trompeten, Hörnern in allen Grössen, Posaunen, Schlagwerk und in staubigen Schuhen. So auch die Sagemattler, deren erster Leiter und Klarinettist Alois Iten (1814-1865) war. Von ihm ist ein "Klarinettenbüechli" erhalten geblieben, Aufzeichnungen einiger Melodien aus den Jahren 1840/41. Für die vorliegende CD wurden daraus drei Tänze arrangiert. Eine echte Trouvaille ist nun aber der in allen fünf Stimmen handschriftlich überlieferte Notensatz von 119 Sagemattler-Tänzen, wovon 63 vollständig ausgeschrieben und hier teilweise eingespielt sind. Es ist eine einfache, aber feine Tanzmusik.

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EIFACHS.CH - Bauernkapellen 1825-1925

Sind unsere Ohren geprägt von der Tanzmusik der vergangenen 70 Jahre, so sind uns Klänge von Cornet, Flügelhorn oder Tenorhorn eher fremd. Viele Quellen zeigen aber, dass die Blechbläser bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts begehrte Tanzmusikanten waren. 1820 erlebten die Blechblasinstrumente durch die Erfindung der Ventile einen enormen Aufschwung. Besetzungen mit Klarinette und Blechbläsern waren verbreitet, man sprach dann auch von «Füfer-, Sibner oder Niinermusig», und in manchen Dörfern entstanden Blasmusiken. In der Fotosammlung von Hanny Christen sind auf vielen Bildern Blechbläser vertreten. Die vorliegende Aufnahme enthält Stücke aus verschiedenen Epochen und Repertoires: Drei Tänze stammen von der Harmoniemusik Teufen (notiert 1825), elf Tänze von Ferdinand Lötscher (um 1875) und sechs Tänze aus dem Repertoire der Schänner Füfermusig (Alfred Fäh 1920). Die Bürgenstock-Polka hat unser Flügelhornspieler Herbert Kistler arrangiert, sie ist ein neuerer Schlager aus der Ländlermusik.

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GESCHWISTER KÜNG - Nüdallgraaduus

Unter Tradition versteht man in der Regel die Überlieferung von Wissen, Fähigkeiten, Sitten oder Gebräuchen, sei es in mündlicher oder schriftlicher Form. Für die Musik sind beide Wege der Weitergabe relevant, jedoch ist die Vermittlung von Spielarten oder Stilgefühl kaum in schriftlicher Form möglich. So mögen auch die Verantwortlichen des Zentrums für Appenzellische Volksmusik "Roothuus" in Gonten gedacht haben, als sie die Geschwister Küng animierten, dem neu veröffentlichten Band "Ufmache wie früehner" Leben einzuhauchen. Dass dies nicht nur eine Ehre, sondern auch Chance und Herausforderung für die jungen Musiker war, ist an dem Ergebnis zu hören. Gleich acht Stücke der Sammlung, die aus der Blütezeit der appenzellischen Volksmusik stammen, haben sie sich zu eigen gemacht, mit Gefühl, Witz, Charme und etwas Frechheit, aber immer mit dem nötigen Respekt vor dem Original arrangiert und bearbeitet. Gemeinsam mit Roman Rutishauser gingen sie an die Stücke heran und liessen sie zum Teil in völlig neuem Kleid erscheinen. Damit reihen sich die Geschwister Küng in die Liste jener jungen Schweizer Formationen ein, die durch die Infragestellung des Althergebrachten die Essenz ihres Erbes erkennen und für andere erkennbar machen können.

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JOOLEREI - Eine Jodelreise mit Nadja Räss

Der Usprung des Begriffs Joolerei liegt im Toggenburg. Dort wird das Jodeln als joole bezeichnet, und es beschreibt eine direkte und urtümliche Art zu jodeln. Die Jodelreise, auf die uns Nadja Räss mitnimmt, zeigt eine junge Frau, die mit Bestimmtheit noch nicht angekommen ist. Sie bleibt, so wie man sie kennt, eine Suchende, ohne dabei eine Rastlose zu sein. Ihre zwischenzeitlichen Reiseziele strebt sie geradlinig an, nimmt sich Zeit, dort zu verweilen und diese intensiv zu erleben. Dann aber macht sie sich erneut auf den Weg und sucht die Inspiration. Ihre Musik, ihr Gesang lassen viel Raum für Neues und Überraschungen.

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LA MUSIQUE POPULAIRE EN SUISSE ROMANDE

Wenn man in der Westschweiz von Volksmusik spricht, kann man nicht über einen, sondern nur über eine Vielzahl von Musikstilen sprechen. Der französische Ausdruck «musique populaire» bezeichnet im Gegensatz zu dem in der Deutschschweiz gebräuchlichen Begriff «Volksmusik» nicht die traditionelle volkstümliche Musik. Vielmehr ist damit die Gesamtheit volksmusikalischer Ausdruckformen gemeint, die in den verschiedenen Kantonen und Tälern der Westschweiz anzutreffen sind. Insofern handelt es sich um eine sehr offene und flexible Bezeichnung.

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HORNROH MODERN ALPHORN QUARTET

Was stellt das Foto auf dem Cover dieser CD dar? Eine Nahaufnahme von Elefantenhaut mit Rissen und Falten? Ein französischer Schimmelkäse? Oder vielleicht doch der Blick auf die Abbrüche und Spalten eines Gletschers? Derartige Irritationen wie auf dem Videostill von Pierre-Yves Borgeaud finden wir auch in der Musik dieser CD, die das hornroh modern alphorn quartet präsentiert. Eine Musik, die nicht nur die Fantasie anregt, sondern auch unsere Hörgewohnheiten hinterfragt. Am besten nimmt man sich Zeit und hört sich ohne Eile Track für Track die beiden CDs an: gewissermassen Slow Listening! Das langsame Erkunden dieser Musikwelt kommt dem Gang über einen Gletscher gleich: Man bewegt sich auf unsicherem Terrain, rutscht und schlittert, dabei werden die Sinne geschärft, und man nimmt aufs Mal Neues und faszinierend Ungewohntes wahr. All das wird möglich dank der «rohen» Natur der Alphörner. Sie verweigern sich partout den Standards der europäischen Musik, die wir von Kind an verinnerlichen, nämlich dem gleichstufig temperierten chromatischen 12-Ton-System, bei dem alle natürlichen Intervalle ausser der Oktave etwas zurechtgestutzt sind. Beim Alphorn gibt es nichts zurechtzustutzen! Es kann nur dem unveränderlichen Gesetz der Obertöne folgen, das aufsteigend immer kleinere Intervalle produziert. Diese sind für unsere Ohren zwar zunehmend unbekannt, aber wegen ihrer einfachen Schwingungsverhältnisse wirken sie doch natürlich und keineswegs dissonant. Sie strahlen die fremdartige Schönheit einer seltenen Pflanze aus. Schon der 7. Oberton fällt im vertrauten 12-Ton-System aus dem Rahmen, und wenn man zum 11. und 13. Oberton hochsteigt, kommt man Schritt für Schritt in immer aufregendere Klangregionen. Und so, wie einen der Berg ruft und in die Höhe lockt, bis man die Gletscher erreicht, so entwickeln auch die Obertöne des Alphorns einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

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RÄMSCHFÄDRA

Musik aus allen vier Himmelsrichtungen, aus den vier Sprachregionen der Schweiz - das ist der Inhalt dieser CD. Auf tüchtig überwucherten, ausgeholzten, verschlungenen Pfaden beschreitet Rämschfädra einen eigenen Weg durch die einheimische Volksmusik. So unterschiedlich die Herkunft der Stücke ist, so unterschiedlich sind die Arrangements, die Rämschfädra in langen Proben und Sessions erarbeitet hat. Rämschfädra - Walliserdeutsch für Löwenzahn - hat sich in vielen Konzerten ein grosses Repertoire erspielt und begeistert mi ihrer lebendigen Art des Musizierens eine wachsende Zuhörerschaft. 

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NOLDI ALDER MIT KLANGCOMBI

Mit Klangcombi geht das Septett von Noldi Alder musikalisch-klanglich und optisch neue Wege. Die MusikerInnen tauchen in den reichen Schatz der Volksmusik ein und verbinden ihn mit dem Erfahrungswissen aus ihrer Ausbildung, mit ihrem eigenen musikalischen Repertoire und ihrer künstlerischen Persönlichkeit. Nicht zuletzt profitiert Klangcombi auch von der überregionalen Zusammensetzung des Septetts: Volksmusikgut aus den sechs Heimatkantonen der Mitglieder (Luzern, Zürich, Zug, Schaffhausen, Schwyz und Appenzell Ausserhoden) fliesst so in das Projekt ein. Vor dem Hintergrund dieser neuen Klangwelt tritt das Septett in den Dialog mit dem Publikum - und geht in jedem Konzert neu auf Stimmungen, Erwartungen und Anstösse ein. Für die Dauer des Konzerts wird Volksmusik zu dem, was sie ursprünglich war: eine lebendige, alle Sinne inspirierende Kommunikation.

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LÄNDLERORCHESTER

In Domenic Janetts Schublade lag 2006 ein skizziertes Werk mit dem Titel Das Ländlerorchester. Sein Wunsch war es, zahlreiche Instrumente der Schweizer Volksmusik in einem grossen Orchester zu vereinen. Eine Art Alpensinfonie im Ton der aktuellen Schweizer Volksmusik also. Mit der Stubete am See in der Tonhalle Zürich war 2008 ein Festival geboren, das für dieses Werk die ideale Bühne bot. Das 35-minütige Werk riss das Publikum förmlich aus den Sitzen. Die Musikanten stammten alle aus Ensembles, die an der Stubete am See 2008 beteiligt waren. Nach diesem Erfolg wurde das Ländlerorchester zum Hausorchester der Stubete am See. Dani Häusler ist nun der zweite Autor, der mit seiner "Waldstätter-Fantasie" ein Auftragswerk der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia geschrieben hat.  

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MUSIC FROM THE SWISS MOUNTAINS

Mit den Schweizer Bergen werden musikalisch gemeinhin Jodel und Alphorn in Verbindung gebracht. Zweifellos gehören Juchzer, Naturjodel und Alphorn zu den archaischen Klängen der alpinen Bergwelt, auch wenn diese erst in den letzten 200 Jahren zum Inbegriff einer schweizerischen Musik hochstilisiert wurden. Zusammen mit der instrumentalen Tanzmusik gelten sie als Schweizer Volksmusik, die dank einer neuen Generation virtuoser und einfallsreicher Musikerinnen und Musiker auch innerhalb der Schweiz zu neuem Ansehen gelangt ist. Die vorliegende CD gibt einen Einblick in die mannigfaltigen Ausprägungen dieser Neuen Schweizer Volksmusik. 

Mitwirkende

Klangcombi, Max Lässer/Überlandorchester, Helvetic Fiddlers, Töbi Tobler, Arkady Shilkloper, Montferrine, Christian Zehnder, bArde, Marcel Oetiker Trio, Ils Fränzlis da Tschlin, Hanneli-Musig, Noldi Alder, Albin Brun, Dimitri, hornroh, Duo Räss-Gabriel, Geschwister Küng, Thierry Lang.

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SCHWEIZER OKTETT - MARCHSTEI

Der Name Marchstei bedeutet für das Schweizer Oktett: Einfangen des Duftes von 10'000 Volksmelodien in ein hübsches Flacon, sich damit über die Grenze machen und es an überraschend neuen Orten öffnen. Aufbruch über Grenzen, welche scheinbar dür die Unendlichkeit mit schweren Steinen markiert sind. Vorstoss in neue Gebiete, jegliche Grenzen - auch in unseren Köpfen - sprengend. Schuberts Oktettbesetzung, endlich um ein Schlagzeug erweitert.

 

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SCHWEIZER VOLKSMUSIK

Seit über zehn Jahren ist wieder Bewegung in die vormals weitgehend erstarrte Volksmusikszene gekommen. Eine neue Generation von Musikerinnen und Musikern interessiert sich wieder für die eigenen Wurzeln und die lokalen Musiktraditionen. Offen, aber stets respektvoll greift sie alte Formen, Melodien und Tanzrhythmen auf und passt sie den Anforderungen der heutigen Zeit an. Volksmusik aus anderen Ländern wird dabei nicht einfach ausgeblendet. Man lässt sich - wie früher - von ihr inspirieren und macht etwas Eigenständiges daraus. Diese CD verfolgt zwei Ziele: Einerseits stellt die erste Hälfte die Entwicklung der instrumentalen Volksmusik dar. Andererseits bietet die zweite Hälfte eine Querschnitt durch die Vielfalt der gegenwärtigen Ländlermusik. Neues und Altes stehen heute wieder selbstverständlich nebeneinander und ergänzen sich gegenseitig, indem die Tradition den Boden bildet, auf dem Neues erst wachsen und blühen kann. 

Mitwirkende

Ils Fränzlin da Tschlin, Niinermuisig Sarnen, Hanneli-Musig, Alderbuebe, Rampass, Swiss Ländler Gamblers, Hujässler, Heirassa Revival, Chlepfshit.

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STUBETE AM SEE 2008

Steht man im Grossen Saal der Tonhalle Zürich und bewundert die reich bemalte Decke, so stellt man erstaunt fest, dass da oben keine Musiker im Frack abgebildet sind, sondern einfache Volksmusikanten mit Klarinetten und Hirtentrompeten. Die Zuhörer sind in ländliche Trachten gekleidet. Ein stimmiger Rahmen also für ein Volksmusik-Festival. Viel neue Musik sollte entstehen für die Stubete am See: Aus diesem Grund musste jedes Ensemble mindestens zehn Minuten unveröffentlichte Musik mitbringen. Und es gab ein Pflichtstück, die Mazurka MZ 3343 aus dem Repertoire von Johann Josef Peterer sen. Sechs dieser Mazurken finden Sie auf dieser CD. Alle Aufnahmen sind Live-Mitschnitte des Festivals.

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STUBETE AM SEE 2010

Die Stubete am See ist ein Festival für Neue Schweizer Volksmusik in urbanem Kontext mitten in Zürich. Die zweite Durchführung im August 2010 versprach: 16 Konzertauftritte im Kleinen Saal der Tonhalle Zürich, ein Konzert im Grossen Saal, 12 Tanzmusikblöcke auf dem Bauschänzli und vier "Original-Stubete" zum Mitspielen des Publikums ebenfalls auf dem Bauschänzli. Nicht weniger als sieben Uraufführungen konnten in der Tonhalle gefeiert werden: Die "Waldstätter-Fantasie" von Dani Häusler für das Ländlerorchester, Curdin Janetts "Giodim, ein rumantscher Liederabend", das neue Programm von Nadja Räss stimmreise.ch, das neue Programm der Hanneli-Musig "Baselbiet 111 Jahre Hanny Christen", die Wiederentdeckung und Erstaufführung der 123 Jahre alten und vollständig erhaltenen Arrangements der Sagemattler Bauernkapelle aus Unterägeri durch das neu gegründete Ensemble aus Tonhalle-Musikern "D'Sagemattler", das neue Programm ALP von bArde und schliesslich die Premiere "Vo Schwyzer, Schwede, Wyn und Wyb" der Gruppe Tritonus.

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ALPENTÖNE - Ein Querschnitt durch das Festival 2011

Das Musikfestival Alpentöne zeigte in seiner siebten Ausgabe ein weiteres Mal, dass die Alpen eine Region transitorischer Begegnungen sind. Hier liegen die wichtigsten Wasserscheiden Europas dicht beieinander. Ganz unterschiedliche Lebensweisen und Temperamente treffen in den Alpen seit Jahrhunderten aufeinander, durch hohe Berge voneinander isoliert, durch Pässe miteienander verbunden. Hier, wo Händler und Waren, Sprachen und Kulturen vorbeiziehen, findet alle zwei Jahre ein wahrhaftiges Gipfeltreffen statt. Musiker aus ganz Europa, vornehmlich aus den Alpenländern, kommen in Altdorf zusammen, um die vielen Facetten und Möglichkeiten akustischer Alpenwanderungen wiederzugeben. Dabei ist das 1999 gegründete Festival keinem musikalischen Stil verpflichtet. Das Thema ist eindeutig, nicht aber das Genre. Ob Neue Musik, Klassik, Jazz Folk oder (Neue) Volksmusik bzw. Mischungen daraus. So ergibt sich ein abwechslunsreiches Programm, das sich auch in der Auswahl der Titel auf dieser CD wiederspiegelt.

ALPENTÖNE Ein Querschnitt durch das Festival '15

Zwischen dem Wunsch der Masse, immer dasselbe zu hören, und einer hochgebildeten Minderheit, die sich an einem Spezialgebiet festgebissen hat, gibt es offensichtlich ein Publikum, das Lust hat, einfach mal hinzuhören, was die da so treiben, und das sich freut, wenns kracht, aber auch, wenn ganz leise Töne erklingen. Selbst wer zur alten Volksmusik keinen Zugang hat, horcht bei dieser Musik auf. Es gibt nur wenige Bergregionen, die von allen Himmelsrichtungen solch starker Verklärung ausgesetzt sind wie die Alpen. Es ist auch nach neun Ausgaben des Festivals kaum vorstellbar, dass dieses Spiel einmal ein Ende haben könnte. Wobei, wie man auf dieser CD hören kann, Volksmusik nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten ist, sich den Bergen musikalisch zu nähern.

ALPENTÖNE Ein Querschnitt durch das Festival '13

Seit 1999 pilgert alle zwei Jahre eine bunte Schar von Musikbegeisterten von nah und fern ins Innere der Schweiz, um intensive alpenländisch-musikalische Exerzitien abzuhalten. Sie wissen, was sie erwartet, und deshalb sind sie hier. Musiker, Publikum und engagierte Förderer bilden gemeinsam eine Seilschaft, die sich etwas zutraut, nicht selten auch abseits der Pistenmarkierungen. Das Festival Alpentöne widerspiegelt die Alpen als musikalische Projektionsfläche. Laute und leise, harmonische und dissonante Klänge hallen an den drei Tagen im August durch die Urner Täler. Deutlich wird dabei die Weitläufigkeit der Alpen als musikalisches Spielfeld. Das ganze Spektrum der Möglichkeiten widerspiegelt sich in 40 Konzerten an drei Tagen. Bei der Programmauswahl geht es aber nicht nur um das akribische Hervorkehren der regionalen Unterschiede zwischen Marseille und den Karawanken. Im Blickpunkt steht ebenso der stilistische Reichtum heutiger Musik. Vielfach ertönen Klänge archaischen Ursprungs, wobei es nicht um die Anrufung der Tradition an sich geht, sondern um die Orientierung in einem vieldimensional konnotierten Natur- und Kulturraum.

ALPENTÖNE Ein Querschnitt durch das Festival '09

Die Bergklänge sind für viele Musikerinnen und Musiker eine Inspirationsquelle - sei es, weil sie zu den eigenen Wurzeln zurückführen, sei es, weil die Bergwelt ein Sehnsuchtsort ist im urbanen Künstlerdasein. Das Internationale Musikfestival Alpentöne bietet seit 1999 Musikerinnen und Musikern aus dem alpinen Raum alle zwei Jahre ein Podium, um ihre kreative Auseinandersetzung mit der Bergwelt dem Publikum vorzustellen. Diese CD bietet eine Auswahl aus dem vielseitigen Festivalprogramm. Die Beispiele zeigen, wie rauh, zärtlich, kantig und weich die Alpen der Töne klingen und wie erfindungsreich die Musikerinnen und Musiker von heute mit den Tönen der Alpen spielen.

ALPENTÖNE Ein Querschnitt durch das Festival '07

Auch die Ausgabe '07 des internationalen Festivals Alpentöne trumpft mit Musikperlen auf, die wir seit der Ausgabe '03 heuer zum dritten Mal als Querschnitt-CD herausgeben.

BAUMANN LARGE ENSEMBLE Kein schöner Land

Eine Art Schweizerreise führt durch verschiedenste Situationen, Landschaften und Episoden, inklusive veritabler Albträume, frostigem Schneetreiben, Frühlingsidyllen oder Einblicken in Brauchtum und Liebesleben der Sennen, sowie deren Störung durch militante Wandergruppen und klimatische Unbillen. Die Musik als Ganzes ist symphonisch konzipiert und pendelt im Groovebreich zwischen Jazz, Funk und afrokubanischer Rythmik. Solisten und Facetten der Improvisation wurden vor allem dramaturgisch eingesetzt. Die Besetzung ist ein verkleinertes Bigbandformat. Das Kernensemble besteht aus jungen und gestandenen Musikern der Schweizer Jazzszene. Dazu kommen Gäste wie Christoph Dienz (A), Matthias Ziegler (CH), Annette Huseby (N), Florian Trübsbach (D) und Damir Horvat (HR).

BERGTÖNE Sounds from the Mountains

An der Weltausstellung 2005 in Aichi, Japan, präsentiert sich die Schweiz mit einem Berg. Aus diesem Anlass lädt Musiques Suisses zu einer musikalischen Wanderung durch überraschende Klangwelten ein. Wie erwartet ertönen darauf Alphorn, Schwyzerörgeli, Hackbrett und Jodel ? allerdings in bisweilen ungewohnter Manier. Die CD stellt Formationen aus der ganzen Schweiz vor, die nicht einfach traditionelle Musik spielen, sondern den Kontakt mit aktuellen Strömungen suchen, neue Wege wagen, kreative, auch experimentelle Zugänge zu einer vielfältigen Neuen Volksmusik.

CHRISTOPH BAUMANN & RURBAN MUSIC ENSEMBLE Wysel Remix

Nein, Volksmusik ist das kaum. Will es wohl auch gar nicht sein. Gleichwohl hat Wysel Remix viel mit Volksmusik zu tun. Das liegt sowohl am Bühnenwerk Wysel als Ausgangspunkt für diese CD als auch an der Wandergruppe, die hier antritt, so unbekümmert wie respektvoll die heimische Alpenklanglandschaft aufzumischen. Klar kommt schleuniger voran, wer die Autobahn benutzt, nur hinterlässt er auf dem Betonband halt keine Spuren. Solche sucht und legt indes der Wünschelrutengänger auf schlammigen Feldwegen, im tiefen Boden hochliegender Weidegründe und im modrigen Unterholz wildwüchsiger Wälder – einer wie der leidenschaftliche Bergwanderer Christoph Baumann eben, der seine verschlungene Musikerbiografie seit nunmehr vier Jahrzehnten durch solch abwegige Landstriche pfadet, die oft genug auch naheliegende sind. Schon seit geraumer Zeit gehören dazu die Alpstafel und Hausgärten der Schweizer Volksmusik, in denen er wiederkehrend «specie rara» für seine Komponistenküche zutage fördert.

DIE NEUE VOLKSMUSIK Marksteine Neuer Volksmusik aus der Schweiz

Eine Volksmusik, die lebendig ist, passt sich dem Zeit- und Publikumsgeschmack immer wieder an. So gesehen ist die Neue Volksmusik überhaupt nichts Besonderes, sondern eine Selbstverständlichkeit. Heutige Musikerinnen und Musiker selbst lehnen den Begriff «Neue Volksmusik» eher ab. Auch deshalb, weil sie sich nicht als ewige Avantgarde aus der Volksmusik herausdifferenzieren lassen möchten. Durch die Auseinandersetzung mit dem Neuen wird schliesslich auch der Blick auf das Alte geschärft. Zugleich erscheint die inszenierte Folklore des Musikantenstadls und der Stadlshow immer unerträglicher. Ein Beispiel für die Neuerungsbewegungen innerhalb der Schweizer Volksmusik ist die Ländlermusik. Diese hat eine wechselvolle und noch ziemlich junge Geschichte hinter sich. Impulse für Erneuerungen waren geschmackliche Veränderungen, Entwicklungen des Instrumentariums und Veränderungen der Anlässe, bei denen Volksmusik stattfand. In den ländlichen Gebieten bis weit hinauf in die alpinen Täler hat sich auch das Volk bzw. die Gesellschaft verändert. Heute spricht man von Agglomerationen und Metropolräumen. Stadt und Land sind eins geworden, die Lebensstile gleichen sich immer mehr an, und jede Musik ist überall verfügbar. Auch wenn Volksmusik mehr mit dem ländlichen Raum konnotiert ist, zu hören ist sie praktisch überall. Ab der Mitte der 1990er-Jahre verdichtete sich das Auftreten neuer Ideen in der Schweizer Volksmusik. Sowohl innerhalb der Volksmusikszene wurden vermehrt Neuerungen einbezogen, aber auch ausserhalb wurde man zunehmend aufmerksam auf diese Musik, die für viele unerträglich geworden war. Das Festival Alpentöne in Altdorf trug seit 1999 zur Erstarkung und Sichtbarmachung der Szene wesentlich bei. Der Erfolg sprach sich herum, weitere Festivals folgten. Sie sind bis heute von zentraler Bedeutung für die ganze Szene. Im Gegensatz zu Alpentöne konzentriert sich die Stubete am See in Zürich auf die Schweizer Gruppen, das Klangfestival Naturstimmen im Toggenburg stellt den Jodel in all seinen universalen Varianten in den Mittelpunkt. Weitere Festivals und Konzertorte haben inzwischen Neue Volksmusik in ihr Programm aufgenommen. Von Folk bis Jazz, von neoromantischer Klassik bis zu Neuer Musik reicht das Spektrum der musikalischen Genres als Grundlage für eine musikalische Beschäftigung mit dem Sound der Alpen. Auch der Blick in die tiefere Vergangenheit hat vielen eine Tür zur Tradition geöffnet. Beflügelt wurde das neue Musizieren schliesslich auch durch die Herausgabe der historischen Sammlung Hanny Christen mit ihren 10 000 Volksmusik- Melodien im Jahr 2002. Frei von Dogmen vermeintlicher Traditionspflege öffnet sich heute ein weites stilistisches Betätigungsfeld, in dem unbefangen und frei von Ideologien alles ausprobiert werden kann, was einem in den Sinn kommt. Erst so wird es möglich, dass Neues entsteht oder sich zumindest in diesem Zusammenhang als neu und revolutionär darstellt oder empfunden wird.

FORTUNAT FRÖLICH/CHRISTIAN ZEHNDER Wetterleuchten

"Der Gedanke, den Obertongesang und die Naturstimmen (Jodel) zusammen in ein klassisches Ensemble zu integrieren, war schon ein lang gehegter Wunsch von mir. Es gibt bis heute kaum Notenliteratur oder Tonträger in dieser Verbindung, und wir standen somit auch immer wieder in einem offenen musikalischen Neuland. Wetterleuchten ist ein Experiment, ein Aufbruch zwischen Obertongesang und klassischem Instrumentarium." Christian Zehnder

LANDSTREICHMUSIK Altfrentsch unterwegs

Tanzen an Sonn- und Feiertagen für Einheimische und Fremde verboten, ausgenommen die Alpstubeten. («Appenzeller Volksfreund» vom 6. Juli 1887) Die Geschichte der Appenzeller Volksmusik ist stark geprägt vom Brauch der Alpstubeten. Diese waren ursprünglich Zusammenkünfte der Sennen zur Auflockerung des harten Alltags, den der Alpsommer mit sich brachte. «Z’Stubete goh» stand für die Abstattung von Besuchen, kleinen privaten Feiern in der «guten Stube» von Freunden und Bekannten. Erste Berichte über Alpstubeten gehen zurück auf das 15. Jahrhundert und lassen vermuten, dass es zu jener Zeit bereits grössere Anlässe im Freien gab, in deren Rahmen ausufernd gesungen, musiziert und getanzt wurde. So kam es im Laufe der Jahrhunderte wiederholt zu Tanzverboten, was die Sennen veranlasste, versteckte Stubeten, sogenannte Winkel-Stobeten, zu veranstalten. Aufgespielt wurde bereits im 16. Jahrhundert mit Saiteninstrumenten, darunter erste Formen von Geige und Hackbrett. Vermutlich kamen dabei auch Bordun-Instrumente wie Drehleier und Dudelsack zum Einsatz. Im späten 18. Jahrhundert gesellte sich as «Basseetli» (Bassett), ein tiefgestimmtes, dem heutigen Cello ähnliches Streichinstrument, zum Zweiergespann Geige-Hackbrett. Dieses wurde dann später von der «Bassgeige», dem Kontrabass, abgelöst. Die so entstandene Trio-Besetzung wird noch heute als «altfrentsche» Besetzung bezeichnet. Und der Ausdruck «altfrentsch uufgmacht» will heissen, dass in dieser entschlackten Besetzung «auf altväterische Weise» aufgespielt wird. «Altfrentsch», ein selten gebrauchter Begriff im Appenzeller Dialekt, geht zurück auf den deutschen Ausdruck «altfränkisch». Er rührt vom mittelhochdeutschen «altvrenkisch» her («in der Art der alten Franken») und bedeutet so viel wie «altmodisch» oder «nach altem Brauch». Mit «Altfrentsch» bezeichnet man auch die Urformen der Appenzeller Streichmusik. So nennt sich auch die älteste Sammlung von Tänzen aus dem Apenzellerland «Altfrentsch». Die darin enthaltenen Tänze aus dem späten 18. Jahrhundert wurden 1998 in Gonten entdeckt. 2006 machte das Zentrum für Appenzeller Volksmusik im Roothuus Gonten durch eine Druckausgabe die 55 Tänze für Musikanten zugänglich. "Mit «Altfrentsch» kehren wir zurück zu den tiefsten Wurzeln dessen, was wir heute als «Ländlermusik» kennen. Diese liegen im späten 18. Jahrhundert, als zeitgleich mit der Französischen Revolution der Walzer ganz Europa in eine fiebrige Spiralbewegung versetzte. Ideen von Freiheit und Individualismus fanden damals auch Einzug in die Musik- und Tanzkultur" (Matthias Lincke).

SCHÄNNER BLECH-FÜFERMUSIG Blechtanzmusik

Tanzmusik für die Besetzung Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn und Tuba hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts einige Popularität in Teilen der Ostschweiz. Aus Schänis sind handschriftliche Noten, Schallplattenaufnahmen und diverse Bilder überliefert. Im Glarner- und im Sarganserland ist die Verbreitung dieser Besetzungsform durch zahlreiche Bilder aus dieser Zeit sowie die Nennung in Chroniken von Gemeinden und Blasmusikvereinen dokumentiert. Zudem hatte die Schweizer Sammlerin von Volksmusik, Hanny Christen, die Region besucht und von den Schänner und Flumser Formationen Noten zur Abschrift für ihre Sammlung erhalten. Die Sammlung von Hanny Christen gilt heute als Referenz für das Musikschaffen in der Schweiz zwischen 1800 und 1940. Die Blechtanzmusik ist in der Schweiz weitgehend in Vergessenheit geraten. Die aktuelle Blaskapellenbewegung, die aus solchen Kleinbesetzungen hervorgegangen sein dürfte, widmet sich fast ausschliesslich dem Böhmisch-Mährischen Musikstil. Die Blasmusikvereine, in der Schweiz überwiegend von der Militärmusik geprägt, spielen mehrheitlich sinfonische Blasmusik und/oder Unterhaltungsmusik nach amerikanischem Vorbild.

STUBETE AM SEE Festival 2016

Was braucht es für einen fruchtigen Jahrgang? Wie schmeckt der 2016er der Schweizer Volksmusik? 27 Stunden Live- Mitschnitte aus der Tonhalle Zürich kamen in die Presse. 80 Minuten Musik – 20 Tracks von 19 verschiedenen Ensembles sind das Resultat. Dieser Ursaft redet von 19 Haltungen zur Tradition und beleuchtet die Frage, was unsere Volksmusik heute ist. Volksmusik ist ein über Jahrtausende gewachsenes Kulturgut, das genährt ist von der Topografie der Schweiz, vom Leben und von der Liebe zur Musik unserer Vorfahren. Jede Generation trägt diese Frucht weiter und fügt ihre Lebenserfahrung bei. Es wird gewälzt und probiert, der Blues wird unter den Gletschern gemahlen, bis er «Schweiz» singt. Die CD vereint die markanten Beiträge zum Jahrgang 2016.

STUBETE AM SEE Festival 2014

Die vierte Stubete am See präsentierte 32 Ensembles aus dem Bereich Neue Schweizer Volksmusik. Diese Compilation gibt Einblick in 23 Konzerte, die im Grossen und im Kleinen Saal so wie im Vestibül der Tonhalle Zürich stattfanden. Die Zürcher Tonhalle war lange Zeit auch Veranstaltungsort von Grossanlässen wie dem ersten Schweizerischen Trachtenfest, einem Eidgenössischen Jodlerfest oder vieler Volkstanzbälle. Den Veranstaltern ist es ein Anliegen, die wunderbaren Räume und die einzigartige Akustik des Hauses Volksmusikanten und ihrem Publikum wieder zugänglich zu machen. In diesem Sinne wurde am Vorabend der Stubete am See 2014 erstmals zum Stubete-Ball in den Kleinen Tonhallesaal geladen. Eine Streichkapelle, eine Blechkapelle und die Appenzeller Formation Laseyer spielten bis um Mitternacht im schönsten Ballsaal Zürichs, wo 1961 die Tradition der Zürcher Volkstanzbälle begann, zum Tanz auf. Notabene spielte die Niinermusig reloaded aus dem Tanzmusikrepertoire des ehemaligen Tonhallehornisten Otto Würsch. Die 14 angesagten Premieren sowie die CD- und Notenvorstellungen zeigen eindrücklich, dass sich das Zürcher Festival zu einem Ort der Erneuerung entwickelt. Die Stubete ist die Bühne der Volksmusikanten, die einerseits die Tradition verinnerlicht haben, andererseits neue Wege und Ausdrucksmittel suchen und so die Volksmusik von innen erneuern.

STUBETE AM SEE Ein Querschnitt durch das Festival 2012

Der Erfolg der Stubete am See 2010 und unzählige Konzertanfragen von Musikanten, die am Festival für Neue Volksmusik auftreten wollten, ermutigten die Veranstalter, das Programm durch eine zusätzliche Bühne auszubauen. So spielten im Grossen und Kleinen Tonhalle-Saal, im Gartensaal des Kongresshauses und auf dem Bauschänzli 27 Ensembles vom Duo bis zum 26-köpfigen Orchester über 40 Konzertblöcke. Dass dabei 13 Premieren angekündigt waren, ist besonders erfreulich: Die Stubete am See versteht sich nicht nur als Biennale der Neuen Schweizer Volksmusik, sondern ebenso als Geburtshelferin bei neuer Musik. So wird diese CD zu einem einzigartigen zeitgenössischen Spaziergang durch die Schweizer Volksmusik.

THIERRY LANG LYOBA 2

Weniger als ein Jahr nach dem Erscheinen einer ersten, den Freiburger Komponisten Joseph Bovet und Pierre Kaelin gewidmeten CD, meldet sich Thierry Lang zurück und gibt eine zweite Einspielung heraus. Sie führt dieses einzigartige musikalische Projekt verfeinert fort. Aus dem Erbe seines Heimatkantons hat er wiederum einige Perlen ausgewählt. Indem er diese musikalischen Schätze auf ein Jazztrio und ein Celloquartett übertragen hat, beweist der Freiburger Pianist brilliant und bescheiden, dass die Volksmusik aus einer anderen Zeit noch immer das Herz des heutigen Musikliebhabers erreichen kann.

THIERRY LANG LYOBA

In der Westschweiz braucht man den Jazzmusiker Thierry Lang nicht mehr vorzustellen. Seine Konzerte begeistern dort ein breites Publikum, seine CDs finden reissenden Absatz. Es erstaunt daher nicht, dass ihn das renommierte Label Blue Note als ersten Schweizer Musiker unter Vertrag genommen hat.

TÖBI TOBLER Tell-Musik

Das betörende Hackbrettspiel von Töbi Tobler bestimmt dieseTell-Musik. Begleitet von meditativ anmutenden Stimmenexperimenten geht sie über in rasende Schlagrhythmen bis zur komplexen Kunstmusik mit Zitaten von Schillers grossem Zeitgenossen Beethoven. Der Bogen der musikalischen Mittel ist weit gespannt von herzhafter Volkstümlichkeit bis zur utopischen Vision der "Freude schöner Götterfunken" - so wie Schiller in seinem grandiosen Stück idealistische Geschichtsphilosophie mit dem detailfreudig gezeichneten Bild schweizerischer Bergbauern vereinte.

VÜNA BÈLA! Panorama popolare ticinese

Panorama der Tessiner Volksmusik - Im Tessin hat der Begriff «Neue Volksmusik», wofür diese CD-Reihe von Musiques Suisses steht, eigentlich keine Bedeutung. Im Verständnis der Musiker würde die Bezeichnung «musica tradizionale contaminata», also «kontaminierte traditionelle Musik», dafür am treffendsten sein. Die Auswahl auf dieser CD zeigt aber, dass es in der Tessiner Volksmusikszene genau wie in der Szene der Neuen Volksmusik in der Deutschschweiz viel Neues zu entdecken gibt. Alle hier vorgestellten Gruppen schöpfen in irgendeiner Weise aus der eigenen Tradition und geben ihrer Musik und ihren Liedern dann ein neues und aktuelles Gewand, entweder durch eine besondere Instrumentierung, und damit einen neuen Klangkörper, oder durch spezielle Arrangements oder von der eigenen Tradition oder der Landschaft inspirierte neue Kompositionen, wobei auch Elemente aus anderen Musikkulturen oder Musikgattungen einfliessen können. Einen dominanten Stellenwert in der Tessiner Volksmusik hat die Gesangskultur mit einem überragenden Anteil an Liedern aller Art. Einige, wie zum Beispiel Balladen und erzählende Lieder, wurden aus dem italienischen Kulturraum übernommen und haben deshalb italienische Texte. Daneben gibt es aber auch eine grosse Zahl an Liedtexten in lokalen Tessiner Dialekten, die seit Generationen mündlich überliefert oder von Tessiner Dichtern oder Musikern geschrieben wurden. Tessiner Volksmusiker sind keine reinen Instrumentalisten, sondern immer auch Sänger und in einigen Fällen sogar Liedermacher.

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